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Rechtsradikale Szene hat sich weiter etabliert

Die rechtsradikale Szene in Stadt und Landkreis Nordhausen hat sich in den vergangenen Jahren weiter etabliert. "Dass wir in Nordhausen ein Problem mit Rechtsradikalen und Neonazis haben, dürfte eigentlich für niemanden mehr ein Geheimnis sein. Aus der Beantwortung einer kleinen Anfrage der Landtagsabgeordneten Katharina König-Preuss geht nun hervor, dass in den Jahren 2015, 2016 und 2017 insgesamt 191 politisch rechtsmotivierte Straftaten im Landkreis Nordhausen begangen wurden. Das ist mehr als eine Straftat pro Woche", erklärt Tim Rosenstock, antifaschistischer Sprecher des Kreisverbandes DIE LINKE.Nordhausen, in einer aktuellen Pressemitteilung.

"Nicht nur die Häufigkeit der Straftaten fällt dabei auf, sondern auch die Veranstaltungen der neonazistischen Szene fallen ins Gewicht. Insgesamt zählt das Thüringer Innenministerium 59 teils mehrtätige Veranstaltungen in diesem Zeitraum. Dabei hat sich vor allem auch das Ilfelder Hufhaus als Veranstaltungsort etabliert, knapp die Hälfte der Veranstaltungen fanden dort statt", schließt sich Sara Müller, innenpolitische Sprecherin des Kreisverbandes, an. "Auch bundesweit fiel unser Landkreis und die Kreisstadt mehrfach durch die neonazistische Szene negativ auf. So veröffentlichte Die Zeit etwa einen Artikel unter der Überschrift 'Wie Nordhausen zur Nazi-Hochburg wird'. In jüngerer Vergangenheit publizierte zudem die Thüringer Allgemeine eine statistische Auswertung, bei der Nordhausen bundesweit auf Platz 20 der teilnehmerstärksten Aufmarschorte der rechtsradikalen Szene seit Juli 2013 liegt und damit unzählige, größere Städte hinter sich lässt", ergänzt Rosenstock die Ausführungen. "Wer nun immer noch denkt, die Problematik 'Rechtsradikalismus' sei im Landkreis Nordhausen noch nicht angekommen oder beträfe uns gar nicht, verschließt die Augen vor der Realität. Wir können an dieser Stelle immer wieder nur appellieren, sich aktiv gegen die neonazistische Szene zu engagieren und für eine demokratische Gesellschaft einzustehen", so Müller und Rosenstock abschließend.