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Traulsen (Die Linke): Deutschlandticket wird zur Mogelpackung – wer zahlt den Preis?

Zum 1. Januar 2027 steigt der Preis des Deutschlandtickets erneut – diesmal um 3,80 Euro auf 66,80 Euro pro Monat. Für Timo Traulsen, Kreisvorsitzender der Nordhäuser Linken, ist das mehr als eine Preisanpassung: Es ist der schleichende Verrat an einer Idee, die einmal für etwas gestanden hat.

„Das 9-Euro-Ticket hat gezeigt, was möglich ist, wenn der Staat wirklich will: Millionen Menschen haben die Bahn genutzt, die es sonst nicht getan hätten. Das Deutschlandticket sollte diesen Impuls verstetigen. Stattdessen wird es Jahr für Jahr teurer und die ursprüngliche Idee damit Stück für Stück ad absurdum geführt", sagt Traulsen.

Besonders scharf kritisiert Traulsen die Folgewirkungen für junge Menschen: „Das Schülerticket muss angehoben werden, damit es teurer als das Deutschlandticket bleibt – das ist die Logik, nach der wir uns hier bewegen. Schülerinnen und Schüler, die keinen Anspruch auf das Schülerticket haben, tragen die steigenden Kosten vollständig selbst."

Den Verweis auf knappe Haushaltsmittel lässt Traulsen nicht ohne Widerspruch stehen: „Der aktuelle Tankrabatt wird den Steuerzahler rund 2,5 Milliarden Euro kosten – für wenige Monate, ohne nachhaltige Wirkung. Ich habe nichts gegen Entlastung für Autofahrerinnen und Autofahrer. Aber wenn wir 2,5 Milliarden für einen Einmalrabatt an der Tankstelle ausgeben können, dann müssen wir uns die Frage gefallen lassen, warum wir ein Mobilitätsangebot, das allen zugutekommt, nicht dauerhaft finanzieren können."

„Ein Deutschlandticket für 66,80 Euro ist für viele Menschen kein attraktives Angebot mehr – schon gar nicht in Regionen wie dem Landkreis Nordhausen, wo das ÖPNV-Angebot ohnehin lückenhaft ist. Wer den öffentlichen Nahverkehr wirklich stärken will, muss ihn auch finanzieren.", so Traulsen abschließend.

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